Gesundheit & Langlebigkeit

Neue Studie: Ikarisches Olivenöl besser als Viagra

 

In den vergangenen Jahren wurde die Ikarische Diät und der Lebensstil für ihre gesundheitlichen Vorteile berühmt. Nach einem Bericht der medizinischen Fakultät der Universität von Athen ist fast die gesamte Bevölkerung von Ikaria frei von chronischen Krankheiten und Demenz, mit sexueller Aktivität bis in die späten 80er Jahre. Hierzu wurde auch eine Studie der Universität in Athen veröffentlicht die besagt, dass das ikarische Olivenöl besser als Viagra wirkt. Experten untersuchten 670 Männer mit einem Durchschnittsalter von 67 Jahren von der Insel Ikaria. Sie stellten fest, dass der Verbrauch von neun Esslöffeln Öl pro Woche, zusammen mit viel Gemüse, Obst, Fisch und Bohnen das Risiko einer erektilen Dysfunktion um 40 Prozent senkt.

 

Verschiedene Aspekte tragen zur Langlebigkeit bei

 

Auch der Tagesablauf, zu dem das ein oder andere Nickerchen gehört, Kräutertees trinken, sich mit Freunden und Familie treffen, spazieren gehen und in Gärten arbeiten, hat dies alles positiv beeinflusst.

 

Die Ernährung der Ikarer ist lokal, saisonal und natürlich. Zu den ikarischen Spezialitäten zählen: Honig, vor allem Heidehonig oder Anama, wie er in der Region genannt wird. "Horta", das ist die Bezeichnung für eine Auswahl von Wildkräutern, die von den Hügeln gepflückt und zu Salaten zubereitet, gekocht und mit Olivenöl und Zitrone oder in Weinessig eingelegt werden. "Manites", eine lokale Variation von Pilzen. Ziegenfleisch, ein Muss für lokale Feste.

Auf Ikaria wachsen über 2600 verschiedene Kräuterarten.
Auf Ikaria wachsen über 2600 verschiedene Kräuterarten.

 

Der Ziegenkäse "Kathoura" und Ziegenmilch. Und natürlich viel frisches Obst, Gemüse, Nüsse und Hülsenfrüchte. Viele Ikarer machen auch ihren eigenen Wein und trinken jeden Tag ein Glas. Im ikarischen Wein sollen laut verschiedener Studien sechs mal mehr Polyphenole (Antioxidatien) sein, als in herkömmlichem Wein.

 

Aus dem köstlichen Essen, dem entspannten Leben und einer großen Lebensfreude resultieren nicht nur erstaunliche gesundheitliche Vorteile, sondern auch ein überdurchschnittlich langes Leben. Im Fall von Ikaria ist es besonders interessant, da die Ikarer niemals beabsichtigt haben, ihr Leben bewusst durch Bewegung oder Diät zu verlängern. Langlebigkeit ist nur ein Nebenprodukt ihrer Lebensweise und der Gelassenheit im Umgang mit sich und der Welt.

Eine kleine Geschichte aus dem ikarischen Leben

Von Anna Avramidou

Heute haben wir diesen älteren Herrn bei einem Spaziergang durch unser Dorf getroffen. Wir kamen ins Gespräch und irgendwann fragte mein Mann, Niko, ihn nach seinem Alter. Zunächst meinte er, er wäre 95 Jahre. Nach einiger Rechnerei (er wirkte sehr klar im Kopf, keine Spur von Demenz etc.), sagte er, dass er 1921 geboren ist. Okay, da waren wir schon bei 97 Jahren.

 

Man muss dazu sagen, dass das Alter hier keine große Rolle spielt. In Griechenland werde eher die Namenstage gefeiert.

In seinem hohen Alter, kommt es mir so vor, als wenn jede einzelne Falte in seinem Gesicht eine Geschichte erzählen könnte. Und das gibt ihm, wie ich finde, eine besondere Schönheit, die von allgemeinen Normen abweicht.

 

Gerne erzählt er von der einen oder anderen Lebensgeschichte. Von den harten Zeiten, als es auf Ikaria noch keinen Strom oder fließendes Wasser gab. Oder von der Zeit als die Türken die Insel besetzt hatten. Oder als die Bewohner der Insel mit italienischen Soldaten in Kriegszeiten zusammen den Ikariotiko (den Tanz der Insel) tanzten.

 

Aber besonders muss ich schmunzeln, als Niko ihn fragt, wie es denn um seine Gesundheit bestellt ist und er antwortet: "Mmh, eigentlich ganz gut. Aber nach dem ich achtzig wurde, fing schon das ein oder andere Wehwehchen an mir mein Leben schwerer zu machen."

 

Genau das habe ich neulich in einem meiner Seminare in Deutschland vom Überschreiten des fünfzigsten Lebensjahres gehört. Also, ich bleibe hier, vielleicht verschiebt sich das Ganze dann auch für mich um 30 Jahre nach hinten!